Konsolidierungsphase bei Nickel setzt sich fort. „Bearische“ Positionierung von Marktteilnehmern. Produktionskürzungen nicht ausgeschlossen. Psychologie der Börse nicht zu vernachlässigen.

Leben und regieren auf Kosten zukünftiger Generationen. Schulden pro Einwohner bei EUR 28.000 pro Kopf. Aushebelung der Schuldenbremse gerichtlich gebremst. Es bleiben Rufe, man dürfe sich nicht kaputtsparen.

Indonesien sucht Investoren für nachgelagerte Wertschöpfung bei Rohstoffen. USA suchen Partner zwecks Versorgungssicherheit. Keine ad-hoc Traumhochzeit in Sicht. CO2-Fußabdruck ist herausfordernd.

Gewerbesteuerregeln sehen Besteuerung von Fremdkapitalzinsen vor. Bei Null- und Negativzinsen machbar, doch bei hohen Zinsen mitunter erhebliche Auswirkungen. Diskussion hierüber findet nicht statt.

Konsoldierung schreitet voran

Vor dem Hintergrund unklarer Aussichten bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung in Europa, den USA, aber auch in Asien und einer entsprechend negativen Berichterstattung setzt sich die Konsolidierungsphase bei Nickel zunächst fort. Der bisherige, relative Tiefpunkt Ende November lag bei USD 15.840/mt und damit so niedrig wie zuletzt im März 2021. Eine überwiegend „bearische“ (in Erwartung fallender Kurse) Positionierung von spekulativen Marktteilnehmern mit entsprechend hohen Verkaufspositionen im Nickelmarkt der London Metal Exchange (LME) sorgt auch maßgeblich für die fallenden Preise und schließlich für eine sehr gedrückte Stimmung.

Während sich die Referenz für Chrom eher wenig bewegte, musste auch der Molybdänpreis seit Mitte November weitere Korrekturen hinnehmen, lediglich der Preis für Eisenerz und Stahlschrott konnte etwas aus dem Schatten treten und sich auch aufgrund von Hoffnungen auf konjunkturstützende Maßnahmen der chinesischen Regierung etwas befestigen. Insgesamt also nicht ein Umfeld, in dem große Freude aufkommen konnte. Dennoch sollte man sich gerade in solchen Zeiten vor Augen führen, dass das gegenwärtige, depressive Marktsentiment exakt dem Zustand entspricht, aus dem eine künftige Erholungsphase entstehen kann.

Die Stimmung ist schließlich so schlecht, dass es schlechter kaum geht, und die Preise befinden sich auf einem Niveau, welches dem größten Teil der Kostenkurve der entsprechenden Metalle (siehe auch die Berichterstattung weiter unten) kaum noch einen positiven Beitrag zu den Kosten erlaubt. Insofern wird im Markt auch schon über Produktionskürzungen und Angebotsanpassungen spekuliert, die diesen wieder ins Gleichgewicht bringen können. Mit anderen Worten kommt vor dem nächsten Aufschwung immer erst die Übertreibung nach unten, wie nach der Übertreibung auf der Oberseite in der Regel fast unweigerlich ein Abschwung startet.

Das regelmäßige Zustandekommen dieser Muster beruht auf einem Phänomen, welches man auch als Psychologie der Börse bezeichnen kann. Auch wenn Emotionen in den Märkten und insbesondere an Börsen eigentlich besser nichts zu suchen haben, handeln Marktteilnehmer nicht selten doch irrational, weil sie sich von ihren Gefühlen leiten lassen. Die folgende Börsenweisheit fasst das recht plakativ zusammen: „Euphorie, Panik, Angst und Gier – vermeide diese vier.“

Der Druck von der Zinsfront hat weiter abgenommen, sowohl durch deutlich zurückgehende Inflationsraten, aber auch der Einsicht der Notenbank in den USA, die der Schrittmacher bei den Zinserhöhungen war, dass man für ein erhofftes „Soft Landing“ der US-Wirtschaft die weitere Zinspolitik nun sehr feinfühlig gestalten muss, um nicht am Ende doch noch in eine Rezession abzugleiten. Deshalb darf man auch weiterhin von einer Bodenbildung im Edelstahl- und Nickelmarkt sprechen, ohne sich des Verdachts des Zweckoptimismus auszusetzen. Und in den letzten Tagen konnte bereits erneut eine leichte Aufwärtstendenz bis auf einen Nickelpreis von USD 17.270/mt für den 3-Monats-Future festgestellt werden, denn schließlich handelt die Börse auch im Wesentlichen Erwartungen und reflektiert nicht bloß die aktuelle wirtschaftliche Situation.

 

Konstruktionsfehler – der gierige Staat

Auf den langjährigen Wirtschaftsminister, Bundeskanzler (1963-1966) und Wirtschaftswissenschafter – ja, diese Kombination gab es früher tatsächlich einmal – Ludwig Erhard, geht folgender Spruch zurück: „Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an, als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve“. Aber selbst über diesen Zustand ist man in Deutschland schon lange hinaus, denn eigentlich kennt das Gemeinwesen und deren Sachwalter kaum etwas anderes als das Schuldenmachen, also das Leben und Regieren auf Kosten zukünftiger Generationen.

So erreichten die Schulden pro Einwohner der Bundesrepublik Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Jahr 2022 einen Betrag von rund EUR 28.000 pro Kopf. Und dennoch wird auf ein aktuelles Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur ökonomisch sinnvollen Schuldenbremse und dem Verfassungsbruch von einem und vielleicht noch weiteren Schattenhaushalten und Sondervermögen durch die Politik so reagiert, dass man auch gerne rückwirkend weitere Notlagen erklären möchte, die dann die Kreditaufnahme nachträglich doch noch legitimieren.

Das zeugt weder von Einsicht oder Respekt vor dem Bundesverfassungsgericht und den Bürgerinnen und Bürgern, sondern von einer Abgehobenheit, welche man kaum noch nachvollziehen kann. So werden zum Beispiel Rufe laut, man dürfe sich nicht kaputt sparen. Ein Hohn für jedes Kind, welches monatlich mit seinem Taschengeld auskommen, jeden Studierenden, der mit beschränkten Mitteln und Nebenjobs sein Studium und Leben an einem anderen Ort bestreiten muss, und jeden privaten Haushalt, der mit mehr oder weniger beschränkten Mitteln konfrontiert ist. So sieht die Realität nicht aus und so kann es auch auf Dauer nicht funktionieren. Selbst eine bestehende, hohe Kreditwürdigkeit ist nicht unendlich und unbeschränkt verfügbar.

Das scheint allerdings ein nicht kleiner Teil unserer Politikerinnen und Politiker nicht wahrhaben zu wollen, ist es doch nur zur schön mit dem Geld fremder Leute und folgender Generationen, den eigenen Lebenserwerb als Parlamentarier oder hauptamtliche Funktionsträger einer Partei oder Regierung zu gestalten. Und wenn man die Probleme der Menschen und Wähler mit Geld zuschüttet, geht das doch auch viel bequemer, als irgendetwas nachhaltig und dauerhaft an der Wurzel zu verbessern. Und zudem gibt es, anders als in anderen herausfordernden Berufen, noch einen weiteren erheblichen Vorteil. Es ist nicht nur das (Steuer-)Geld der im wesentlich anderen, welches man einsetzt, auch die Konsequenz des eigenen Handels bleibt in aller Regel folgenlos.

Hat man im Inner Circle der Macht versagt, wartet häufig noch immer ein schöner Posten bei eine regierungsnahen Institution oder vielleicht im Vorstand der Deutschen Bahn. Anders ist es heute bei Ärzten, Wirtschaftsprüfern, Bankern, Geschäftsführern, Steuerzahlern, die inzwischen erheblich für Ihrer Verfehlungen persönlich und auch mit ihrem Geld einstehen müssen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich das System der Politprofis beinahe selbst erhält und Quereinsteiger von außen nicht gern gesehen sind, machen diese doch die, für manche extrem attraktive Alimentierung streitig.

Denn nicht wenige Volksvertreterinnen und Volkvertreter würden sich in den erlernten Berufen nicht annähernd den gleichen Wohlstand und die Privilegien leisten können. Eine Begrenzung der Legislaturperioden auf maximal zwei, wäre da schon eine sehr sinnvolle Maßnahme. Und diese „Experten“ sollen und müssen nun über relevante Gesetze zu Einnahmen und Ausgaben des Staates befinden. Offen gestanden, keine schöne Vorstellung.

 

Nickel-Produzenten rutschen in die „roten Zahlen“

In Verlauf der letzten Wochen hat sich der Nickelmarkt einmal mehr den Fundamental-Daten angenähert: will heißen, der Preis-Rückgang, der an der LME zu verzeichnen ist, spiegelt aktuell einen Angebotsüberschuss wider. Dieses war zwar auch schon in den Sommermonaten der Fall, zumindest, wenn man gesamtheitlich auf das Segment schaute. Physisches, börsenfähiges Class-I Nickel jedoch war seinerzeit noch nicht übermäßig vorhanden, und stützte somit das zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Preisniveau. Das hat sich mittlerweile gedreht, was sich unter anderem auch am Anstieg der jeweiligen LME Lagerbestände bemerkbar macht. Ein Grund dafür, dass neben Class II und damit vor allem Nickel-Roheisen (NPI) nun auch Class I in ein Überangebot gerutscht ist, ist ein fortschreitender Kapazitätsausbau entsprechender Anlagen in Indonesien und China, in dem NPI zunächst in Nickel-Matte umgewandelt und dann anschließend zu Class I Nickel weiterverarbeitet – und damit börsenfähig gemacht werden kann. Schätzungen beziffern die Menge derart umgewandelten NPIs zu börsenfähigem Nickel bereits auf zirka 200.000 bis 230.000 Tonnen im Jahr 2023 bei einer erwarteten Zunahme von bis zu 50% im kommenden Jahr.

Dem Preisrückgang stehen auf Produzentenseite jedoch in nicht wenigen Fällen deutlich gestiegene Kosten gegenüber: ein Rückgang von Einnahmen durch den Verkauf von Bei- und Kuppelprodukten, zum Beispiel Kobalt, gestiegene Lohn- und Bergbaukosten, deutlich höhere Zinsen etc. Die Analysten des Bankhauses Macquarie haben erst kürzlich die globale Kostenkurve analysiert und kommen zu dem Schluss, dass bei einem LME-Kurs für Nickel von USD 18,000/mt gut ein Drittel der Produzenten seine betrieblichen Kosten („cash cost“) nicht decken kann. Ein fortgesetzter Rückgang der Kurse würde weitere Produzenten in die „roten Zahlen“ drücken. Schätzungsweise wären bei Preisen unter USD 16,000/mt fast zwei Drittel „cash-cost“-negativ und würden somit Geld vernichten beziehungsweise einen negativen Cashflow aufweisen. Zwei westliche Produzenten haben bereits angekündigt, die Finanzierung ihrer verlustträchtigen Assets in Neukaledonien in absehbarer Zeit einzustellen. Neben potenziellen Produktionsanpassungen könnte die Umwandlung von NPI zu Class I Nickel das Zünglein an der Waage werden, auch hier entscheiden regelmäßig Preise und Kosten über die jeweilige Produktionsmenge.

 

Indonesien sucht Partner

Als weltweit bedeutendstes Nickel-Produzenten-Land sucht Indonesien nach weiteren Möglichkeiten in nachgelagerte Industrien zu investieren. Nach Nickel-Raffinerie und der Herstellung von Edelstahl steht hier natürlich die Frage nach Investitionen in den Bereich Batterien für die Elektromobilität. So war kürzlich in der Presse zu lesen, dass es Gespräche auf Regierungsebene zwischen Indonesien und den Vereinigten Staaten gegeben hat und gibt. Im ersten Ergebnis steht ein Aktionsplan für kritische Rohstoffe, wie Nickel und Kobalt, mit der Option auf weitergehende Vereinbarungen.

Dass es nicht direkt zu einem großen Paukenschlag kommt, liegt im Kern an zwei Gründen. Zum einen ist da die Einflussnahme Chinas. Und zum anderen Sorgen hinsichtlich Umwelt, Soziales, und Governance, oder kurz ESG. Hinter einer entsprechenden Verbindung mit Indonesien steht natürlich auch der Gedanke, eine eigene und von China unabhängige Lieferkette für entsprechende Rohstoffe aufzubauen. Der „Inflation Reduction Act“, will man eine entsprechende Förderung erhalten, schließt zum Beispiel explizit den Bezug von Rohstoffen von sogenannten „foreign entities of concern (FEOC)“ aus – und dazu würden chinesische Unternehmen zählen. Die Krux: der Ausbau der Nickel-Industrie in Indonesien war und ist in den letzten Jahren eindeutig chinesisch dominiert.

Nun zum Thema ESG: Auch hier steht ein entsprechender Deal und auch die Industrie vor großen Herausforderungen. Der Bergbau in Indonesien greift in eine entsprechend vom Regenwald geprägte Umwelt ein und geht mit weiteren Risiken und Umweltverschmutzungen einher, wir berichteten an dieser Stelle in diesem Jahr mehrfach hiervon. Dieser Situation sind sich auch amerikanische NGOs (Nichtregierungsorganisationen) bewusst, welche im Vorfeld ein Schreiben an die US Regierung aufsetzten, um explizit auf diese Situation aufmerksam zu machen.

In Sachen Umwelt spielt dann aber natürlich auch die bedeutende Frage des CO2 Fußabdrucks wieder mit: Hier schlägt das Indonesische Nickel nicht zuletzt aufgrund der im Land und bei den Produzenten eingesetzten Kohle-Stroms mit zahreichen Tonnen CO2 zu Buche.

 

Nickels CO2 Herausforderung

Minviro, ein in Großbritannien ansässiger Think-Tank und Anbieter von Lebenszyklusanalysen hat sich eben genau mit der Frage des CO2 Fußabdrucks von Nickel-Sulfat auseinandergesetzt. Als reines Nickel-Salz ein Kern-Rohstoff für die Herstellung von Elektrofahrzeug-Batterien. In der Studie wurden verschiedene Prozessrouten vergleichend betrachtet. Dies liegt daran, dass grundsätzlich zwei Hauptarten von Nickel-Erzen existieren: zum einen die zum Beispiel in Kanada, Russland oder Australien abgebauten Sulfide. Zum anderen die in Indonesien, den Philippinen oder Neukaledonien vorherrschenden Laterite. Innerhalb dieser Laterit-Kategorie wird zwischen limonitischen und saprolitischen Erzen unterschieden. Technologisch ist es möglich aus allen Erztypen und mit verschiedenen Verarbeitungsmethoden- und Schritten das angesprochene Nickel-Sulfat herzustellen, nicht zuletzt auch dank der bereits angesprochenen Umwandlung von NPI zu Class I Nickel.

 

Diese unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden sind es aber auch, die maßgeblich für den CO2 Fußabdruck verantwortlich sind. Im Ergebnis zeigt die Studie eine Spanne des CO2 Fußabdrucks von 5 kg CO2-Äquivalent im besten Falle bis hin zu 105 kg CO2-Äquivalent pro kg Nickel im Nickel-Sulfat. Das „Best-Case“ Scenario basiert auf einem in Nord-Amerika abgebauten sulfidischem Erz, dessen Aufbereitung unter anderem unter Einsatz von Wasserkraft und Gas erfolgte. Das „Worst-Case“ Scenario, so die Studie, wäre die Verarbeitung von Lateriten im sogenannten RKEF-Prozess unter Einsatz von Kohlestrom und entsprechen Kohle und Koks als Reduktionsmittel in Südostasien. Das derart erzeugte Nickel-Sulfat wird mit einem bis zu 18-fach höheren CO2 Fußabdruck berechnet. Es braucht nicht viel Fantasie zu sehen, dass dieses Scenario weitestgehend der Prozesskette entspricht, in die gerade von chinesischer Seite investiert wird: von der Herstellung von NPI über die Umwandlung zur Nickel-Matte und schließlich in Class I und entsprechende Nickel-Salze.

Grundsätzlich zeigt auch diese Studie, wie wichtig es ist, gesamtheitlich auf den CO2-Fußabdruck zu schauen. Denn bei genauerer Betrachtung zeigen sich deutliche Unterschiede auf den Ebenen der direkten (Scope 1), indirekten (Scope 2, aus der Stromerzeugung) und aus der vorangegangenen Wertschöpfungskette (Scope 3) stammenden CO2-Äquivalente. Eine Berechnung, die lediglich Scope 1 und 2 einschließt, könnte somit zu erheblichen Verzerrungen führen, da Scope 3 je nach Herstellungsmethode bis zu einem Drittel der gesamten CO2-Emissionen bei der Herstellung ausmachen kann.

Dies ist nicht nur bei diesem Beispiel gültig, sondern auch entscheidend bei der Betrachtung der CO2-Emissionen von Edelstahl, seiner Herstellungsroute, und wieviel klimafreundlicher Edelstahlschrott eingesetzt wurde.

 

Gewerbesteuer hält böse Überraschung parat

In diesem Zusammenhang sollen nun Aufmerksamkeit und Blick konkret auf eine Einnahmequelle des Staates gerichtet werden, deren „neue“ Logik der Berechnung sich nun wirklich nicht erschließt und die vermutlich viele Unternehmen gegenwärtig noch gar nicht richtig auf dem Schirm haben. Ziel ist es eine gewisse Sensibilisierung zu erreichen und nicht etwa die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage zu versauen.

Es ist sicher bekannt, dass die Gewerbesteuer ein sehr wichtiges Finanzierunginstrument der Städte und Gemeinden ist, damit diese ihnen gesetzlich zugeschriebenen Aufgaben nachkommen können. Daher können die Kommunen auch über die Festlegung der sogenannten Hebesätze, die absolute Höhe der Steuern auf lokaler Ebene bestimmen. Es gibt daher fast so etwas wie einen Wettbewerb der kommunalen Gemeinwesen hinsichtlich der gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen. So weit so gut.

Auch ist bekannt, dass vor allem große nationale und internationale Konzerne gerne und hoffentlich im Rahmen der steuerlich zulässigen Grenzen von Unterschieden der jeweiligen Steuersätze zu profitieren versuchen. So konnte durch entsprechende Gestaltung mit einem hohen Anteil Kreditfinanzierung und zu zahlenden Zinsen der steuerpflichtige Gewinn von einzelnen Unternehmen oder Niederlassungen deutlich geschmälert werden. Bis zu dem Punkt, dass manche Großkonzerne (und andere Schlaumeier) in den jeweiligen Kommunen gar keine Gewerbesteuern mehr bezahlt haben, obwohl diese dort Standorte mit mehreren Tausend Mitarbeitenden unterhielten, die logischerweise auch die Infrastruktur und Dienstleistungen dieser Gemeinden in Anspruch nehmen.

Das fand der Gesetzgeber nachvollziehbar nicht gerecht und verabschiedete deshalb zunächst eine Regelung, die auch die Zinsen auf sogenannte Dauerschulden zur Ermittlung des gewerbesteuerpflichtigen Gewinns hinzurechnete, um den Gemeinden auch unabhängig von der Kapitalstruktur der Unternehmen ein hinreichendes Gewerbesteueraufkommen zu sichern. Natürlich gab es für die Steuerpflichtigen eine Möglichkeit in begründeten Fällen zu erklären, warum diese Hinzurechnung nicht wirklich gerecht und angemessen wäre. Das lief recht zuverlässig bis in das Jahr 2008.

Dann wurde von den oben genannten „Experten“ ein Gesetz durch das Parlament gewunken, welches die Regelung dahingehend „vereinfachte“, dass nun in jedem Fall 25% der Fremdkapitalzinsen (gleich welcher Art) dem gewerbesteuerpflichtigen Gewinn hinzugerechnet werden mussten. So kann es nun gerade in konjunkturell schwierigen Jahren für nicht wenige Unternehmen dazu kommen, dass diese erhebliche Gewerbesteuer bezahlen müssen, obwohl diese gar keine substanziellen Gewinne machen. Auch wenn diese Regelung schon seit 2008 in Kraft ist, herrschte seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise in den Jahren 2008/2009 das Regiment der Null- und Negativzinsen, welches das Problem und die Verwerfung wesentlich entschärfte. Die Zinsaufwendungen waren insgesamt und historisch sehr niedrig.

Das sieht allerdings heutzutage mit Leitzinsen beim US-Dollar von 5,25-5,50% und beim Euro von 4,5% gänzlich anders aus. Mit Abgabe der Steuererklärungen für das Geschäftsjahr 2023 wird es vermutlich einigen Unternehmen speiübel werden und als ein faktischer Beleg für die gerne verbreitete Mär die Unternehmenssteuern in Deutschland würden sich im internationalen Standortwettbewerb in einem gesunden Durchschnitt von unter 30% bewegen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen kann es wie beschrieben für Unternehmen mit einem geschäftsmodellbedingt hohen Finanzierungsanteil zu Steuersätzen von 50% und deutlich mehr kommen. Ist das gerecht? Nein. Wird darüber irgendwo hörbar debattiert? Nein.

 

Und damit endet die Berichterstattung für dieses Jahr. Auch im kommenden Jahr soll es natürlich weitergehen. Wir hoffen, Sie hatten Freude an der Lektüre. Über Feedback freuen wir uns jederzeit. Allen unseren Leserinnen und Lesern und deren Familien wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel. Bleiben Sie gesund und uns gewogen.

LME (London Metal Exchange)

LME Official Close (3 Monate)
11. Dezember 2023
  Nickel (Ni) Kupfer (Cu) Aluminium (Al)  
Official Close
3 Mon. Ask
16.550,00
USD/mt
8.362,00
USD/mt
2.127,00
USD/mt
 
LME Bestände in mt
  13. November 2023 11. Dezember 2023 Delta in mt Delta in %
Nickel (Ni) 43.374 48.138 +4.764 +10,98%
Kupfer (Cu) 179.925 182.200 +2.275 +1,26%
Aluminium (Al) 479.650 452.375 -27.275 -5,69%

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