Stabiles Sommerhoch prägt Wetter in Mittel- und Südeuropa. Neben den Annehmlichkeiten des Sommers machen Hitze und niedrige Wasserstände den Menschen und dem Transport von Gütern zu schaffen.

Fokus beim Klimawandel vor allem auf der Bremsung. Parallel hätte aber schon längst auch die Resilienz gesteigert werden müssen. Pegelstände und fehlende Klimageräte in Krankenhäusern als Beispiele.

Zollpolitik der USA bleibt hinsichtlich Aluminium weiter widersprüchlich. Derweil führt China im Wettbewerb zum Westen konsequent seine Strategie zum Bezug von kritischen Erzen und Mineralien aus Afrika fort.

PwC-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine resiliente Stahlproduktion in Europa mit der EAF-Schrottroute sehr gut möglich ist. Leistungsfähige Stahlrecycling- und Aufbereitungsstrukturen als Voraussetzung.

Siebenschläfer lässt grüßen
Der Sommer in Deutschland zeigt sich eigentlich mal wieder von seiner besten Seite. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind auch abends noch so, dass man den Abend draußen auf Terrasse oder Balkon verbringen kann, von einigen drückenden Hitzetagen einmal abgesehen. Die Trockenheit sorgt dafür, dass die Populationen von Mücken und anderen Plagegeistern deutlich geringer sind als bei allzu viel Regen und Feuchtigkeit. Zur gleichen Zeit hat mitunter sehr starke Hitze weite Teile von Süd- und Mitteleuropa im Griff und der wenige Regen sorgt unter anderem auch für erhebliche Schwierigkeiten bei den Fluss-Transporten und bei der Energieversorgung wegen der schwierigen Kühlung der Atomkraftwerke.

So wie es aussieht, scheint sich die Siebenschläfer-Regel in diesem Jahr wieder einmal zu bewahrheiten. Die bekannte Bauernregel besagt, dass das Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni) beziehungsweise in der Zeit von Ende Juni bis Anfang Juli, das Wetter für die kommenden sieben Wochen zutreffend vorhersagen soll. Der meteorologische Hintergrund ist eine sich zu dieser Zeit stabilisierende Großwetterlage (Jetstream) über Europa. Vor dem Hintergrund der andauernden Trockenheit und der negativen Beeinträchtigungen für Menschen und Wirtschaft, kann man nur hoffen, dass es dann auch entsprechend dieser Regel in der zweiten Augusthälfte zu einem Ende der stabilen, sommerlichen Wetterlage und wieder hinreichend Regen kommt. Die Medienberichterstattung bezüglich schwankt derweil zwischen Panikmache und manchmal auch ein wenig Realitätssinn.

Wenn es aber um die schwache Wirtschaftslage in Deutschland geht, wird durch die Politik häufig kritisiert, es würde alles nur schlecht gemacht und dass das viele Gute gar nicht mehr gesehen würde. In der Tat bringt Pessimismus und schlechte Stimmung wenig, was die Konsum- und Investitionslaune von Haushalten und Unternehmen angeht, aber falscher Optimismus ist auch fehl am Platz. Denn wenn zum Beispiel die Politik oder auch die Gesellschaft bestehende Probleme oder Herausforderungen nicht sehen will und deswegen in einer Realitätsverweigerung notwendige Maßnahmen unterbleiben, dann muss die Berichterstattung darüber auch einmal härter und lauter werden und auch die Folgen klar bezeichnet werden.

So kommt der offenbar nicht so einfach zu stoppende Klimawandel nun auch nicht völlig überraschend und ist ein Fakt. Und andere Regionen und Orte auf der Welt beweisen, dass man auch mit höheren Temperaturen und weniger Wasser gut klarkommen kann, wenn man darauf vorbereitet ist. Deutschland ist es aber leider – wie auch bei anderen Themen – nicht.

Bisher hat man sich, trotz unklarer Kosten und Finanzierung, mit großen Anstrengungen, Investitionen und (unsicheren) Zusagen zur Erreichung der CO2-Neutralität vor allem auf die Verhinderung und Eindämmung des Klimawandels (gleichgesetzt mit der Reduzierung des CO2-Ausstoßes) konzentriert. Dabei wurden aber – wie die gegenwärtige Hitzewelle mancherorts in Europa zeigt – die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung einer höheren Resilienz gegenüber dem geänderten Klima unterlassen. So fehlen selbst in vulnerablen Strukturen wie Krankenhäusern und Altenheimen entsprechende Klimaanlagen. Und lange bekannte Engstellen auf für die Transportinfrastruktur wesentlichen Flüssen, wurden bis heute nicht beseitigt.

So ist die Fahrrinne des Rheins am für die Binnenschifffahrt wichtigen Pegel Kaub, zwischen Mainz und Koblenz, welcher schon bei normalen Verhältnissen für Schiffsführer herausfordernd ist, derart flach, dass nun bei Niedrigwasser Steine und Felsen zum Vorschein kommen und diese Stelle für den Schiffsverkehr beinahe gänzlich unpassierbar machen. Der Rhein könnte so in einen Teil Nord und einen Teil Süd separiert werden, ohne dass es noch eine Verbindung dieser beiden Abschnitte geben würde.

Das Tragische dabei ist, dass dieses Problem lange bekannt ist. Schon nach dem letzten Niedrigwasser im Jahr 2018, wurde vom Bundesverkehrsministerium 2019 der Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“, flankiert durch ein Maßnahmengesetz, angekündigt. Eine Beschleunigungskommission Mittelrhein sollte dann bis Mitte 2023 Vorschläge zur Vereinfachung der Genehmigungsverfahren entwickeln. Was allerdings die Beseitigung dieser konkreten und bekannt problematischen Engstelle angeht, ist seitdem, wie die gegenwärtige Situation zeigt, nichts im Hinblick auf eine Lösung passiert.

Wie die Beispiele zeigen, sind die guten Vorsätze bei Regierung und Politik (und ehrlicherweise auch bei den Unternehmen) schnell wieder verflogen, wenn der unmittelbare Druck nachlässt. Die Politiker selbst erfreuen sich mehr an den Fotos und Filmen von ihren Besuchen der Krisenorte und der ad hoc Ankündigung von Maßnahmen. An der tatsächlichen Beseitigung der Probleme oder der Schaffung einer Resilienz, die übrigens meistens auch Geld kostet, besteht dann weniger Interesse und die anfängliche Dynamik verfliegt schnell. Und nicht zuletzt sind die Haushalts-Klimageräte in Elektrofachmärkten immer dann bis auf den letzten Ventilator ausverkauft, wenn es mehre Tage hintereinander sehr heiß ist. Wir dürfen uns also gerne auch an die eigene Nase packen.

Was die Entwicklung des Nickelpreises an der London Metal Exchange (LME) angeht, geht es weiter wie bisher. Von Klarheit kann man nun gerade nicht sprechen. Leider bleiben Aussagen aus Indonesien – wie bereits erörtert – vage, unklar und widersprüchlich, was die Aufrechterhaltung und Durchsetzung geringerer Förderquoten für Nickelerze angeht. Zuletzt gab es Äußerungen, dass die Quoten für einen großen Produzenten doch wieder wesentlich erhöht werden könnten. Das hatte unmittelbar zur Folge, dass die Nickelnotierung nach einer Erholung auf bis zu USD 17.500,00/mt wieder auf bis zu USD 16.565,00/mt nachgab. Aktuell handelt der 3-Monats-Future an der LME bei USD 16.900,00/mt. Von der Straße von Hormus gibt es auch keine nachhaltig neuen Impulse zu berichten. Ein Stochern im Nebel ohne Fortschritte, bei dem sich der Iran inzwischen seiner Position bewusst ist oder sich in den Verhandlungen mit den USA zumindest entsprechend verhält.

Die europäischen Edelstahlhersteller blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft, nachdem neben einer grundsätzlichen Erholung auch die Instrumente CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) und die seit 1.7.2026 verschärften Safeguard- und Antidumping-Maßnahmen Wirkung zeigen. Der europäische Markt wird wirksam gegen Billigimporte aus Asien abgeschirmt, was zur Schaffung eines „Level playing fields“ mit fairen Wettbewerbsbedingungen auch notwendig war. Die Zahlen der Produzten für das zweite Quartal 2026, waren dann auch durchweg, ebenso wie der Ausblick für das Q3 2026, positiv bis stabil. Das hält manche Marktteilnehmer allerdings nicht davon ab, sich mit Vormaterial aus zweifelhafter Herkunft einzudecken und damit die eigene Lobbyarbeit zu unterlaufen. Wenn das einmal gut geht. Der Abgasskandal bei Audi lässt grüßen. Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und die Sicherung des Know-hows lassen sich nur mit Schrott erreichen.

Aluminium in den USA: Zwischen Investitionsanreizen und neuen Handelsbarrieren
In unserer April-Ausgabe berichteten wir darüber, dass die hohen US-Aluminiumzölle zwar die heimische Industrie stärken sollten, in der Praxis jedoch vor allem zu höheren Preisen und zusätzlichen Belastungen für die amerikanische Wirtschaft geführt haben. Nun folgt ein weiteres Update: Die US-Regierung hat ein neues Anreizprogramm angekündigt, das Investitionen in die heimische Aluminiumproduktion fördern soll.

Unternehmen, die Aluminiumhütten in den USA neu errichten, bestehende Anlagen erweitern oder modernisieren, können künftig eine Reduzierung der Importzölle von derzeit 50 auf rund 25 Prozent erhalten. Ziel ist es, dringend benötigte Investitionen anzustoßen und die inländischen Produktionskapazitäten langfristig auszubauen.

Die strukturellen Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Die USA verfügen derzeit lediglich über vier aktive Primäraluminiumhütten, während rund 60 Prozent des heimischen Bedarfs weiterhin durch Importe gedeckt werden. Hohe Strompreise und langwierige Genehmigungsverfahren erschweren auch dort den Bau neuer Schmelzen erheblich. Gleichzeitig hatte die Einführung der 50-prozentigen Zölle den sogenannten Midwest Premium – den Preisaufschlag amerikanischer Käufer gegenüber dem Weltmarktpreis – innerhalb eines Jahres von rund 1.200 auf etwa 2.600 US-Dollar je Tonne steigen lassen. Die Folgen des Iran-Konflikts verstärkten diesen Preisanstieg zusätzlich.

Bemerkenswert ist jedoch, dass Washington trotz der angekündigten Zollvergünstigungen gleichzeitig neue 50-prozentige Zölle auf kanadische Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar plant. Damit bleibt das Verhältnis zum wichtigsten Aluminiumlieferanten der USA angespannt. Die aktuelle Politik zeigt damit einen gewissen Widerspruch: Einerseits sollen Investitionen gefördert und die Rohstoffversorgung verbessert werden, andererseits erschweren neue Handelsbarrieren weiterhin den Zugang zu einem der wichtigsten Lieferländer. Ob sich die Abhängigkeit von Importen dadurch tatsächlich verringern lässt, erscheint daher weiterhin fraglich.

PwC-Studie: Sekundärstahl als Zukunftsmodell für Europas Stahlindustrie
Die europäische Stahlindustrie steht weiterhin vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von PwC mit dem Titel „Das Ende der europäischen Stahlwirtschaft … oder einfach nur anders?“. Auf Basis verschiedener Szenarien untersucht PwC, welche Produktionsrouten bis 2045 unter Berücksichtigung von Energie-, CO₂- und Transportkosten langfristig wettbewerbsfähig bleiben können. Das Ergebnis fällt insbesondere für die klassische Primärstahlproduktion ernüchternd aus.

Nach Berechnungen von PwC wird die kohlebasierte Hochofenroute (BF-BOF) in allen untersuchten Szenarien zunehmend unwirtschaftlich. Wesentlicher Treiber ist die steigende CO₂-Bepreisung durch den europäischen Emissionshandel (EU ETS) und den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). Bereits Mitte der 2030er-Jahre sollen alternative Produktionsverfahren wirtschaftlicher sein; spätestens 2040 ist die Hochofenroute laut Studie in keiner untersuchten Region mehr die kostengünstigste Option.

Interessant ist dabei die Einschätzung von PwC zur Wirkung von CBAM. Der Mechanismus erhöht zwar den Dekarbonisierungsdruck auf internationale Produzenten, die den europäischen Markt beliefern wollen. Gleichzeitig gleicht CBAM jedoch im Wesentlichen unterschiedliche CO₂-Kosten aus und kompensiert nicht die strukturellen Standortnachteile Europas. Produzenten beispielsweise in den Golfstaaten oder Indien können auf emissionsärmere Produktionsrouten umstellen und zugleich von deutlich niedrigeren Energie- und Produktionskosten profitieren. Eine darüber hinausgehende Schutzwirkung für europäische Stahlstandorte sieht PwC daher nur begrenzt.

Auch bei CO₂-armen Primärstahlrouten sieht die Studie erhebliche Herausforderungen für Mitteleuropa. Hohe Energiekosten, begrenzte Wasserstoffverfügbarkeit und die fehlende heimische Rohstoffbasis erschweren eine wettbewerbsfähige Produktion. Innerhalb Europas könnte lediglich Skandinavien unter günstigen Rahmenbedingungen langfristig konkurrenzfähigen Primärstahl produzieren. Die weitere Entwicklung wasserstoffbasierter Produktionsrouten bleibt daher insbesondere hinsichtlich technischer Machbarkeit, ausreichender Verfügbarkeit und wettbewerbsfähiger Kosten von grünem Wasserstoff kritisch zu verfolgen.

Deutlich positiver bewertet PwC dagegen die schrottbasierte Elektrolichtbogenofenroute (Scrap-EAF). Sie gehört über den gesamten Betrachtungszeitraum und in allen drei Szenarien zu den kostengünstigsten Möglichkeiten der europäischen Stahlproduktion. Besonders im Szenario 3, der „europäischen Eigenversorgung“, gewinnen Sekundärstahlkapazitäten an Bedeutung: Deutschland würde diese ausbauen, während Importe dann nur noch eine Residualrolle spielen. Voraussetzung hierfür sind laut PwC unter anderem wettbewerbsfähige Industrieenergiepreise sowie wirksame Handelsmechanismen wie CBAM.

Der entscheidende Vorteil der Schrottroute liegt jedoch nicht allein in ihrer Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem in der Rohstoffverfügbarkeit und Versorgungssicherheit. Während Eisenerz und Kokskohle importiert werden müssen und auch CO₂-arme Primärstahlrouten weiterhin von Eisenerzlieferungen abhängig bleiben, fällt Stahlschrott direkt in Europa an. PwC bezeichnet Sekundärstahl deshalb als Europas „resilienteste Option“. Soll aus Gründen der Versorgungssicherheit eine substanzielle Stahlproduktion in Europa erhalten bleiben, bietet die Scrap-EAF-Route nach Einschätzung der Studie die wirtschaftlich tragfähigste Grundlage.

Als Herausforderung nennt PwC Begleitelemente, die sich beim Recycling anreichern und bei bestimmten anspruchsvollen Stahlqualitäten die erreichbaren Eigenschaften begrenzen können. Dieses Risiko lässt sich in der Praxis jedoch durch eine hochwertige Schrottaufbereitung (Anmerkung: die natürlich auch vergütet werden müsste) erheblich reduzieren. Konsequente Sortierung und Ausschleusung unerwünschter Materialien, präzise Materialanalysen sowie kontinuierliche Qualitätskontrollen ermöglichen einen gezielten Einsatz geeigneter Schrottqualitäten. Je höher die Anforderungen an den erzeugten Stahl, desto wichtiger wird die Qualität der vorgelagerten Aufbereitung. Die schrottbasierte Edelstahlproduktion in Europa kann dabei durchaus als Blaupause dienen.

Gleichzeitig dürfte die Verfügbarkeit hochwertigen Stahlschrotts mit dem Ausbau der EAF-Kapazitäten zunehmend zum strategischen Faktor werden. Genau darin liegt eine zentrale Konsequenz des von PwC beschriebenen Strukturwandels: Eine stärkere europäische Sekundärstahlindustrie erhöht zugleich die Bedeutung leistungsfähiger Recycling- und Aufbereitungsstrukturen.

Die PwC-Analyse zeichnet somit weniger das Ende als vielmehr ein anderes Zukunftsmodell der europäischen Stahlwirtschaft. Während die traditionelle Primärstahlproduktion strukturell unter Druck gerät und auch CBAM bestehende Standortnachteile nicht vollständig ausgleichen kann, verfügt Europa mit seiner Schrottbasis, etablierten Recyclinginfrastruktur und metallurgischen Kompetenz über einen wesentlichen eigenen Wettbewerbsvorteil. „Sekundärstahl“ könnte damit zu einem zentralen Baustein einer wettbewerbsfähigen, CO₂-armen und zugleich resilienteren europäischen Stahlindustrie werden.

Weitere Details zu den untersuchten Szenarien und den zugrunde liegenden Annahmen finden Sie in der vollständigen PwC-Studie „Das Ende der europäischen Stahlwirtschaft … oder einfach nur anders?“ unter folgendem Link: PwC-Studie 2026: Die Zukunft der Stahlwirtschaft in Europa – PwC

Afrika im Zentrum der Rohstoffstrategie: Westliche Staaten und China ringen um neue Transportachsen
Afrika rückt erneut ins Zentrum geopolitischer Rohstoffstrategien. Zwei milliardenschwere Eisenbahnprojekte – eines Richtung Atlantik, das andere zum Indischen Ozean – stehen sinnbildlich für den verschärften Wettbewerb zwischen westlichen Staaten und China um den Zugang zu kritischen Mineralien.

Der sogenannte Lobito-Korridor soll bis 2030 für bis zu sechs Milliarden US-Dollar modernisiert und ausgebaut werden. Über rund 1.700 Kilometer Schienennetz sollen vor allem Kupfer und Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo und Sambia zum angolanischen Atlantikhafen Lobito transportiert werden. Finanziert wird das Projekt maßgeblich von den USA und europäischen Partnern. Ziel ist es, die jährliche Transportkapazität auf 4,6 Millionen Tonnen zu steigern und damit eine alternative Lieferroute für strategisch wichtige Metalle zu etablieren.

In östlicher Richtung wird parallel die TAZARA-Bahnstrecke modernisiert. Die rund 1.860 Kilometer lange Verbindung von Sambia zum tansanischen Hafen Dar es Salaam wurde bereits in den 1970er-Jahren mit chinesischer Unterstützung gebaut. Nun sollen rund 1,4 Milliarden US-Dollar investiert werden, um die Kapazität auf 2,4 Millionen Tonnen jährlich zu erhöhen. Für China bietet die Route kürzere Seewege in Richtung Asien – ein logistischer Vorteil im globalen Wettbewerb um Rohstoffe für Energiewende und Industrie.

Beide Projekte zeigen die unterschiedlichen Ansätze: Während westliche Staaten stärker auf private Betreiber in Kombination mit öffentlichen Garantien und Partnerschaften setzen, verfolgt China häufig ein integriertes Modell – von Exploration über Minenbau bis hin zu Transport und Abnahme der Rohstoffe.

Ein prominentes Beispiel für Chinas langfristiges Engagement ist das Simandou-Eisenerzprojekt in Guinea. Nachdem westliche Konzerne jahrelang an der wirtschaftlichen Umsetzung scheiterten, brachten chinesische Investitionen das Projekt entscheidend voran. Künftig sollen dort bis zu 120 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr gefördert werden – mit klarer Ausrichtung auf den chinesischen Markt.

Für afrikanische Staaten eröffnet der neue Wettbewerb Chancen, birgt jedoch auch Risiken. Anders als zur Kolonialzeit verfügen sie heute über größere Handlungsspielräume bei der Wahl ihrer Partner. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Investitionen in Infrastruktur, Arbeitsplätze und Staatseinnahmen nachhaltig zu sichern – und gleichzeitig faire Bedingungen durchzusetzen.

Fest steht: Der globale Bedarf an kritischen Mineralien wächst. Damit steigt auch der Druck auf Afrika, strategisch klug zu agieren. Ob am Ende alle Beteiligten profitieren, hängt weniger vom Kapital als von politischer Koordination und guter Regierungsführung ab.

LME (London Metal Exchange)

LME Official Close (3 Monate)
17. August 2026
  Nickel (Ni) Kupfer (Cu) Aluminium (Al)  
Official Close
3 Mon.Ask
16.880,00
USD/mt
14.315,00
USD/mt
3.272,00
USD/mt
 
LME Bestände in mt
  14. Juli 2026 17. August 2026 Delta in mt Delta in %
Nickel (Ni) 274.704 264.762 – 9.942 – 3,62 %
Kupfer (Cu) 303.525 207.825 – 95.700 – 31,53 %
Aluminium (Al) 284.600 246.925 – 37.675 – 13,24 %

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